Ab dem 11. Februar 2026 werden das thailändische Ministerium für öffentliche Gesundheit sowie neun führende Getränkehersteller die „normale Süße“ auf 50 % der bisherigen Rezeptur festlegen. Mithilfe verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse soll es den Menschen erleichtert werden, den vollen Geschmack mit weniger Zucker zu genießen.
Falls Sie sich jemals gewünscht haben, dass Ihr täglicher Eiskaffee etwas weniger süß ist – ohne dabei auf den Genuss des ersten Schlucks verzichten zu müssen – hat Thailand nun eine passende Lösung geschaffen.
Ab dem 11. Februar 2026 führt die dem Ministerium unterstellte Gesundheitsbehörde gemeinsam mit neun der bekanntesten Getränkehersteller des Landes einen neuen, bewusst einfach gestalteten Standard ein: „normale Süße“ bedeutet künftig nur noch 50 % der ursprünglichen Rezeptur. Diese landesweite Maßnahme setzt einen sanften Impuls, der die Wahlfreiheit der Verbraucher wahrt und gleichzeitig die Voreinstellung hin zu einer leichteren und ausgewogeneren Geschmacksrichtung verschiebt.
Ein intelligenter „Standard“, der weiterhin wie Thailand schmeckt
Diese Initiative stützt sich auf die Verhaltensökonomie – einen Ansatz, der erkennt, dass bereits kleine Veränderungen im Moment der Kaufentscheidung gesündere Wahlmöglichkeiten mühelos erscheinen lassen. In der Vergangenheit konnte die Bestellung von „normaler Süße“ einen Zuckergehalt bedeuten, der über dem lag, was viele Menschen tatsächlich bevorzugten. Künftig liegt die Standardeinstellung automatisch bei 50 %, während Kundinnen und Kunden weiterhin den Süßegrad genau nach ihren persönlichen Vorlieben wählen können.
Es geht dabei nicht darum, den Genuss aus Speisen und Getränken zu nehmen. Vielmehr geht es darum, neu zu definieren, was „normal“ in einem modernen, gesundheitsbewussten Thailand bedeutet – einem Thailand, in dem Wellness-Trends, Café-Kultur und alltäglicher Komfort sich harmonisch in einem einzigen Glas vereinen.

Wie 50 % in der Praxis aussieht
Um die Umstellung greifbar zu machen, stellt die Abteilung für Gesundheit Beispiele auf Basis eines 16-Unzen-Getränks (etwa 473 ml) vor:
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, die Aufnahme von zugesetztem Zucker auf weniger als 10 % der täglichen Gesamtenergiezufuhr zu begrenzen und idealerweise unter 5 % zu halten – was bei Erwachsenen etwa sechs Teelöffeln pro Tag entspricht. Mit dem neuen 50-%-Standard sinken viele beliebte Tee- und Kaffeegetränke auf etwa drei bis vier Teelöffel, wodurch es deutlich leichter wird, diese weiterhin zu genießen und gleichzeitig die tägliche Zuckeraufnahme besser im Blick zu behalten.
Positive Nebeneffekte
Gesundheitsbehörden betonen, dass die Vorteile einer Reduzierung des Zuckerkonsums nicht nur auf Zahlen auf einem Etikett beschränkt sind. Viele Menschen stellen fest, dass bei einer stabileren Zuckeraufnahme der Alltag insgesamt besser verläuft: weniger Energieschwankungen, bessere Konzentration bei der Arbeit oder beim Lernen und ein insgesamt leichteres Körpergefühl.
Hinzu kommt ein kulinarischer Vorteil. Eine Süße von 50 % zu wählen, ist oft der ideale Ausgangspunkt, um den Geschmackssinn neu zu trainieren – hat man sich erst daran gewöhnt, kommen die natürlichen Aromen von Kaffeebohnen, Teeblättern, Früchten und sogar alltäglichen Speisen deutlich stärker zur Geltung. Mit anderen Worten: Weniger Zucker kann dazu beitragen, dass Thailands berühmte Geschmacksrichtungen noch intensiver zur Geltung kommen.
Zudem hebt die Abteilung für Gesundheit hervor, dass ein ausgewogener Umgang mit Süße das allgemeine Wohlbefinden langfristig unterstützen kann – als Teil einer umfassenderen nationalen Initiative zur Förderung eines gesünderen Lebensstils generationenübergreifend.

Freiwillige Partnerschaft zwischen den führenden Marken Thailands
Die Umsetzung erfolgt durch Zusammenarbeit statt durch verpflichtende Vorgaben. Unterstützt von der Thai Coffee Association haben sich sieben zentrale Akteure, die neun Marken vertreten, dazu verpflichtet, den neuen Standard landesweit einzuführen, wobei jede Marke die Umsetzung entsprechend ihrer jeweiligen Betriebsbedingungen vornimmt.
Zu den teilnehmenden Marken zählen: Café Amazon, Inthanin, All Café, Kudsan, Bellinee’s, Black Canyon, Intercof, Punthai und Chao Doi.
Dr. Amporn Benjaponpitak, Generaldirektorin der Abteilung für Gesundheit, bezeichnete diesen Schritt als wichtigen Beitrag zur Prägung alltäglicher Gewohnheiten, indem angemessen gesüßte Getränke leichter zugänglich gemacht werden – getragen von der Zusammenarbeit zwischen Staat, Privatsektor, Zivilgesellschaft und relevanten Netzwerken.
Eine neue Art von „Normalität“
Was diese Maßnahme besonders thailändisch macht, ist ihr Pragmatismus. Sie verlangt nicht, dass Menschen auf das Café-Leben oder die beliebten Eisgetränke des Landes verzichten. Stattdessen wird der Ausgangspunkt so angepasst, dass „weniger süß“ als normal empfunden wird – und dabei weiterhin köstlich bleibt.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies eine Erweiterung der Wahlmöglichkeiten: Man kann weiterhin süßere Varianten wählen oder sich für eine noch leichtere Option entscheiden, doch der Standard setzt nun auf einem Niveau an, das besser zu den heutigen Gesundheitszielen passt. Für Unternehmen bietet sich die Chance, Vertrauen zu stärken und zu zeigen, dass Verantwortung für Kundinnen und Kunden Teil des Markenerlebnisses sein kann.
Der neue 50-%-Standard Thailands ist in vielerlei Hinsicht ein moderner Ausdruck von Ausgewogenheit – er bewahrt die lebendige Getränkekultur des Landes und lenkt sie zugleich behutsam in Richtung einer gesünderen Zukunft, Tasse für Tasse.
