Die thailändische Tourismusbehörde (Tourism Authority of Thailand – TAT) hat mehrere Tourismusförderkampagnen vorbereitet, mit dem Ziel, im Jahr 2026 insgesamt 36,7 Millionen internationale Besucher sowie 210 Millionen Inlandsreisen zu verzeichnen und Einnahmen von drei Billionen Baht zu erzielen.
Thailand beendete das Jahr 2025 mit 32,97 Millionen ausländischen Besuchern, was einem Rückgang von 7,23 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Ausschlaggebend dafür waren veränderte Reisegewohnheiten infolge globaler wirtschaftlicher und geopolitischer Belastungen. Trotz des Rückgangs bei den Ankünften erzielte der Tourismussektor jedoch beeindruckende Einnahmen von 2,7 Billionen Baht.
Während Kurzstreckenmärkte wie China deutliche Einbußen verzeichneten, entwickelte sich der Langstreckentourismus ausgesprochen positiv. Mehr als 10,8 Millionen Langstreckenreisende besuchten Thailand – ein historischer Höchstwert und ein Zuwachs von 10,64 Prozent gegenüber dem Vorjahr, angeführt durch starkes Wachstum aus dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.
Auch der Inlandstourismus blieb eine tragende Säule der Branche. Insgesamt wurden 202 Millionen Inlandsreisen registriert, ein Anstieg von 2,7 Prozent im Jahresvergleich.
Strategischer Kurs für 2026: „Amazing 5 Economy“
Trotz anhaltender Herausforderungen passt sich Thailand weiterhin an und baut seine strukturellen Stärken aus. Die TAT stellte hierfür einen strategischen Rahmen vor, der unter dem Leitkonzept der „Amazing 5 Economy“ auf qualitätsorientiertes Tourismuswachstum im Jahr 2026 abzielt.
Die Strategie basiert auf fünf zentralen Säulen:
„Die TAT hat sich für 2026 ehrgeizige Ziele gesetzt: drei Billionen Baht Tourismuseinnahmen und 36,7 Millionen internationale Besucher. Grundlage dafür ist eine neue operative Philosophie mit schnelleren Entscheidungsprozessen, agiler Umsetzung sowie der gezielten Stärkung unserer Potenziale bei gleichzeitiger Behebung struktureller Schwächen“, erklärte TAT-Gouverneurin Thapanee Kiatphaibool.
Sie wies darauf hin, dass China seine Rolle als führende globale Tourismusnation wiedererlangt habe, und hob zugleich die wachsende Wettbewerbsdynamik Vietnams im Auslandsreisemarkt hervor.
Als Reaktion darauf werde Thailand seine touristischen Ressourcen weiter schärfen, geleitet von den sogenannten „10 Ps“ des Destinationsmanagements, darunter proaktiver Reputationsschutz, strategische Partnerschaften und die gezielte Entwicklung unverwechselbarer thailändischer Stärken.

Neue Direktverbindungen und hochwertige Langstreckengäste
Die TAT erweitert zudem den Zugang aus neuen europäischen Märkten. Suladda Sarutilavan, TAT-Direktorin für Europa, kündigte eine Kooperation mit Belavia Belarusian Airlines an, um Direktflüge von Minsk nach U-Tapao (Rayong–Pattaya) sowie zum Phuket International Airport aufzunehmen.
Der erste Direktflug (BRU8605) startete am 8. Januar in Minsk und landete am 9. Januar in U-Tapao. Eingesetzt wird ein Airbus A230-200 mit 281 Sitzplätzen. Die Verbindung wird etwa alle 11 bis 12 Tage bedient, während Direktflüge nach Phuket ab dem 12. Januar um 12.25 Uhr beginnen.
Die Initiative soll insbesondere hochwertige europäische Reisende anziehen und Thailands Profil als attraktive Langstreckendestination stärken.
Trends im Inlandstourismus
Parallel zur internationalen Vermarktung misst Thailand dem Inlandstourismus weiterhin große Bedeutung bei. Apichai Chatchalermkit, stellvertretender Gouverneur der TAT für Inlandsmarketing, identifizierte fünf zentrale Trends, die das Reiseverhalten thailändischer Urlauber im Jahr 2025 prägen:
Mit Blick auf 2026 wird die TAT Naturattraktionen und lokale Kreativität stärker in den Mittelpunkt rücken – darunter das UNESCO Creative Cities Network, dem Thailand derzeit neun Kreativstädte zuordnet. Bis zum kommenden Jahr soll diese Zahl auf zehn steigen.
Die Tourism Authority of Thailand (TAT) wird gezielte Kampagnen in Städten wie Sukhothai (Handwerk), Suphanburi (Musik) und Phetchaburi (Kulinarik) umsetzen, um Tourismuserlebnisse von Weltklasse zu präsentieren sowie nationales Selbstbewusstsein zu stärken und internationale Attraktivität zu fördern.
Chiang Mai Night Market belebt die Wintersaison
Zur Förderung des Inlandstourismus hat die TAT gemeinsam mit der Provinz Chiang Mai das Projekt „Chiang Mai Night Market“ gestartet. Präsentiert werden zwei Themenprogramme: Tha Phae Remix Chiang Mai Remake und San Kamphaeng Remix Chiang Mai Remake, erklärte Khajorndej Apichatitrakul, Direktor der TAT-Nordregion.
Die Veranstaltung läuft vom 17. Januar bis 1. März (10.00–22.00 Uhr) an sechs aufeinanderfolgenden Wochenenden – samstags auf der San Kamphaeng Walking Street und sonntags auf der Tha Phae Walking Street. Beide Routen wurden mit Installationen ausgestattet, die Kreativität, lokales Erbe und moderne Technologie verbinden.
Besucher erleben zwei thematische Highlights:
San Kamphaeng mit zehn Licht- und Kunstinstallationen, inspiriert von lokalem Kunsthandwerk und der Lanna-Identität, sowie Tha Phae mit zehn kulturellen Präsentationen zu Lanna-Neujahrstraditionen, Tempeln und kulturellen „Wächtern“.
Der Eintritt ist kostenlos, zudem stehen Shuttle-Services zur Verfügung. Die TAT rechnet mit mindestens 186 Millionen Baht Tourismuseinnahmen, während zugleich lokale Unternehmer gefördert und immersive Kulturerlebnisse geschaffen werden.
„Kontinuierlich kommunizieren“ – jenseits klassischer Werbung
Der stellvertretende Gouverneur für Marketingkommunikation, Nithee Seeprae, erklärte, dass sich die Kommunikationsstrategie zunehmend auf kontinuierlichen Dialog statt auf einmalige Kampagnen konzentriere – sowohl in normalen als auch in Krisensituationen, mit Fokus auf Genauigkeit, Schnelligkeit und Konsistenz.
Zum strategischen Kommunikationsportfolio der TAT zählen unter anderem:
Als erster Amazing Thailand Ambassador wurde der internationale Superstar Lalisa „Lisa“ Manoban ernannt. Ein vollständiger TV-Werbespot zur Kampagne Healing Thailand soll am 28. Januar veröffentlicht werden.
„Unser Ziel ist es, die Kraft der Kommunikation zu nutzen, um reale Reiseentscheidungen zu inspirieren und nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum zu fördern“, so Nithee abschließend.