Ihre Majestät Königin Sirikit, die Königinmutter, widmete ihr gesamtes Leben dem Erhalt, der Wiederbelebung, der Weitergabe, der Entwicklung und der Förderung des kulturellen Erbes Thailands in den Bereichen Musik, klassischer Tanzkunst und volkstümlicher Darbietungen.
Sie unterstützte sowohl nationale als auch internationale Kulturveranstaltungen mit besonderem Augenmerk auf die traditionelle Tanzform Khon, ein unschätzbares Kulturerbe, das von Generation zu Generation überliefert wurde. Ihre Majestät setzte sich mit großem persönlichem Engagement dafür ein, dass Khon als nationales Kulturerbe dauerhaft bewahrt bleibt. Sie übernahm die Schirmherrschaft über Khon-Aufführungen und finanzierte persönlich die Restaurierung der Khon-Kostüme durch das Department of Fine Arts, um deren kunstvolle Schönheit zu bewahren und weiterzuentwickeln.
Bereits im Jahr 2003 erließ Ihre Majestät königliche Richtlinien zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Khon-Aufführungen. Sie förderte das Studium der traditionellen Schminkkunst, um deren einzigartige Ästhetik zu erhalten, ließ prachtvolle Kostüme nach historischen Vorbildern anfertigen und entwickelte die Darbietungen weiter, damit sie den Anforderungen der modernen Gesellschaft entsprechen.
Die königlichen Khon-Aufführungen begannen im Jahr 2007 mit der erstmaligen Inszenierung der Ramakien-Episode „Phromas“, anlässlich des 80. Geburtstags Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej des Großen sowie des 75. Geburtstags Ihrer Majestät Königin Sirikit, der Königinmutter. Die Aufführungen fanden am 24. und 25. Dezember 2007 im Thailand Cultural Centre statt und erlangten große öffentliche Aufmerksamkeit. Seither sind sie weithin als „Khon der Stiftung zur Förderung von Kunsthandwerk“ bekannt.

Mit ihrer weitsichtigen Vision initiierte Ihre Majestät umfassende Studien zur Erforschung traditioneller Khon-Aufführungen. Ziel war es, das Wissen und die handwerklichen Techniken der Kostümherstellung wiederzubeleben und die ursprüngliche Schönheit dieser Kunstform authentisch zurückzubringen. Fachleute und Künstler aus verschiedenen Disziplinen wurden beauftragt, historische Quellen eingehend zu studieren, um neue Kostüme zu entwerfen und zugleich moderne Aufführungstechniken zu entwickeln.
Im Jahr 2009 stellte die königliche Khon-Aufführung „Ramakien: Die Schlacht von Phromas“ einen bedeutenden Meilenstein dar. Die Inszenierung wurde für ihre prachtvollen Kostüme, monumentalen Bühnenbilder und die kunstvolle Wiederbelebung nahezu verlorener Khon-Techniken hochgelobt.
Diese umfassende Wiederbelebung führte schließlich zu internationaler Anerkennung. Im November 2018 erklärte die UNESCO den thailändischen Khon offiziell zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit, womit er zu einem unschätzbaren kulturellen Schatz wurde, den alle Thailänder mit größter Sorgfalt bewahren.
