Neues Abenteuer in Chaiyaphum: Eine 9-Kilometer-Wanderung zum höchstgelegenen Khmer-Tempel Thailands

Der Nationalpark Tat Ton in der Provinz Chaiyaphum führt derzeit Vermessungen für einen rund neun Kilometer langen Fernwanderweg zum Prasat Phu Khong durch – dem mit etwa 943 Metern über dem Meeresspiegel höchstgelegenen Khmer-Tempel Thailands. Die geplante Route verspricht Höhlen, ungewöhnliche Felsformationen und unberührten Wald.

Es gibt Tempel in Städten, Tempel an Flussufern und Tempel, die wie eine Fata Morgana im Dschungel erscheinen. Und dann gibt es Prasat Phu Khong – ein Khmer-Heiligtum, das so hoch gelegen ist, dass es dem Himmel näher scheint als der Straße.

Das thailändische Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP) veröffentlichte kürzlich eine positive Mitteilung für Wanderfreunde und Geschichtsinteressierte: Beamte des Nationalparks Tat Ton in Chaiyaphum prüfen derzeit die Möglichkeit, eine neue Fernwanderroute zu dieser selten besuchten archäologischen Stätte zu entwickeln und künftig als touristische Attraktion auszubauen.

Ein Wanderweg durch die Geschichte
Die vorgeschlagene Strecke umfasst neun Kilometer und beginnt im Huai-Laeng-Waldgebiet, von wo aus sie zum Gipfel des Phu-Khong-Berges ansteigt. Die jüngste Geländeerhebung wurde von Chatwarun Angkaew, stellvertretender Leiter des Nationalparks Tat Ton, geleitet. Ziel ist es, das Potenzial und die Eignung des Gebiets zu bewerten, bevor es offiziell als Fernwanderweg erschlossen wird.

Für Wanderer ist dies mehr als nur ein Aufstieg. Der Weg führt durch Landschaften, die noch weitgehend unberührt erscheinen: verborgene Höhlen, bizarr geformte Felsen, seltene Pflanzenarten und üppige, als ursprünglich und artenreich beschriebene Waldzonen. Es ist eine Route, die Geduld belohnt – eine Wanderung, bei der sich die Natur ständig neu offenbart.

Das Ziel auf 943 Metern Höhe
Auf dem Gipfel wechselt die Erzählung von Naturerlebnis zu jahrhundertealter Spiritualität. Prasat Phu Khong liegt auf etwa 943 bis 946 Metern über dem Meeresspiegel und gilt weithin als der höchstgelegene Khmer-Tempel Thailands. Die Stätte umfasst Überreste, die mit der Verehrung Shivas in Verbindung stehen, darunter ein heiliger Shiva-Lingam sowie weitere Ruinen, die auf eine frühere rituelle Welt hinweisen.

Zum Vergleich: Die zweithöchste Khmer-Tempelanlage Thailands, das Steinsanktum Phra That Phu Phek in der Provinz Sakon Nakhon, liegt auf etwa 520 Metern – ein deutlicher Hinweis auf die außergewöhnliche Höhenlage des Phu Khong.

Warum sich Khmer-Tempel auf thailändischem Gebiet befinden
Viele der antiken Steintempel Thailands spiegeln den politischen und kulturellen Einfluss des Khmer-Reiches wider, insbesondere im Zeitraum vom 9. bis 13. Jahrhundert (ca. 800–1300 n. Chr.). Ursprünglich überwiegend als hinduistische (brahmanische) Kultstätten errichtet und später teilweise von buddhistischen Traditionen geprägt, entstanden diese Monumente in einer Epoche, in der Macht, Handelsrouten und königliche Netzwerke das Festland Südostasiens durchzogen. Menschen, Waren und Ideen bewegten sich über zusammenhängende Landschaften, die heute Kambodscha, Thailand, Laos und Vietnam umfassen. Der Tempelbau folgte damals diesen historischen Einflusszonen und nicht den heutigen nationalstaatlichen Grenzen.

In Thailand konzentrieren sich Khmer-Tempel vor allem im unteren Nordosten (Isaan), insbesondere auf dem Khorat-Plateau, wo der Khmer-Staat Straßen, Siedlungen und religiöse Zentren errichtete. Die Tempel wurden typischerweise im Khmer-Kunststil aus Ziegeln, Sandstein und Laterit erbaut und häufig entlang alter Verbindungsrouten zwischen regionalen Zentren positioniert.

Insgesamt sind 155 Khmer-Tempelanlagen innerhalb der heute international anerkannten Grenzen Thailands dokumentiert. Sie verteilen sich auf sieben Provinzen: Nakhon Ratchasima (37), Buri Ram (50), Surin (31), Chaiyaphum (6), Roi Et (14), Si Sa Ket (11) und Ubon Ratchathani (6).

Viele dieser Anlagen wurden im Laufe der Zeit beschädigt und sind nur noch fragmentarisch erhalten. Orte wie Prasat Phu Khong – abgelegen, hoch gelegen und still überdauernd – erscheinen dadurch umso wertvoller.

Eine neue Form des „Unseen“
Sollte die Vermessung des Nationalparks Tat Ton in die offizielle Einrichtung eines Wanderwegs münden, könnte hier ein Angebot entstehen, das Natur, Abenteuer und kulturelles Erbe auf besondere Weise verbindet. Festes Schuhwerk, Respekt gegenüber der Natur und Aufmerksamkeit sind unerlässlich – denn diese Route ist nicht nur ein Aufstieg zu einem Aussichtspunkt, sondern ein Weg zu einem uralten Heiligtum unter freiem Himmel.

 


Kommentar

Copyright 2022, All Rights Reserved.
Website-Besuchsstatistiken : 163,667,616