Die Nationalparks Thailands erstrecken sich über sämtliche Regionen des Landes und spiegeln dessen außergewöhnliche natürliche Vielfalt wider. Sie reichen von hochgelegenen Berglandschaften mit ausgeprägten Waldökosystemen bis hin zu marinen Schutzgebieten mit markanten Kalksteinformationen und weitläufigen Meerespanoramen.
Thailand verfügt über ein landesweites Netz von Nationalparks, die dem Schutz ökologisch wertvoller Landschaftsräume dienen. Diese umfassen unter anderem nebelverhangene Hochlandregionen, dichte immergrüne Wälder, bedeutende Wasserfallgebiete sowie Küsten- und Inselökosysteme mit hoher biologischer Vielfalt.
Jeder Nationalpark weist dabei spezifische geographische, klimatische und ökologische Besonderheiten auf.Die geschützten Naturgebiete leisten seit Langem einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Landes. Sie fördern den naturverträglichen Tourismus, sichern Einkommensmöglichkeiten für lokale Gemeinschaften und stärken zugleich die internationale Wahrnehmung Thailands als ganzjährig attraktives Reiseziel mit vielfältigen Naturressourcen.
Im Rahmen dieser Übersicht werden fünf Nationalparks vorgestellt, jeweils ein repräsentatives Schutzgebiet aus jeder Hauptregion Thailands. Diese Parks stehen exemplarisch für die landschaftliche Vielfalt des Landes und besitzen besondere Bedeutung für Naturschutz, Umweltbildung und nachhaltigen Tourismus.

Nordregion — Nationalpark Doi Inthanon (Provinz Chiang Mai)
Der Nationalpark Doi Inthanon wird häufig als das „Dach Thailands“ bezeichnet. Er beherbergt mit 2.565 Metern über dem Meeresspiegel den höchsten Berg des Landes und bildet mit seinen nebelverhangenen Wäldern sowie dem ganzjährig kühlen Bergklima eine eindrucksvolle Naturkulisse, die Besucher zu jeder Jahreszeit anzieht.
Über den Gipfelbereich hinaus ist das Landschaftsbild des Parks von zahlreichen landschaftlich reizvollen Wasserfällen geprägt, darunter die Wasserfälle Wachirathan und Mae Ya. Diese stürzen über zerklüftete Felswände in weitläufige natürliche Becken und bieten ideale Voraussetzungen für Naturfotografie sowie erholsame Aufenthalte in naturnaher Umgebung.
Für Ornithologen und Pflanzenkundler stellt der Hochlandwald des Nationalparks ein besonders wertvolles Ziel dar. Die unterschiedlichen Höhenlagen begünstigen eine außergewöhnliche biologische Vielfalt. Insgesamt wurden rund 500 Vogelarten dokumentiert, ergänzt durch zahlreiche endemische Pflanzenarten, die sich an das kühle und feuchte Klima angepasst haben.
Ein bedeutender kultureller Anziehungspunkt sind die beiden königlichen Chedis in Gipfelnähe. Sie wurden anlässlich des 60. Geburtstags Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej des Großen sowie Ihrer Majestät Königin Sirikit, der Königinmutter, errichtet und besitzen sowohl historische als auch symbolische Bedeutung.
Bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang eröffnen die Chedis beeindruckende Panoramablicke auf wellenförmige Wolkenmeere und die umliegenden Bergketten.
Als beste Reisezeit gilt die kühle Jahreszeit von November bis Februar. In diesem Zeitraum sind die Temperaturen angenehm und die Niederschlagsmengen gering, was optimale Bedingungen für Wanderungen, Naturbeobachtungen und Besichtigungen bietet.

Ostregion — Nationalpark Mu Ko Chang (Provinz Trat)
Der Nationalpark Mu Ko Chang umfasst mehr als 40 Inseln im Golf von Thailand und stellt ein bedeutendes marines und insulares Schutzgebiet dar, das durch eine besondere Verbindung von Ruhe, Naturerlebnis und mariner Artenvielfalt gekennzeichnet ist.
Die Hauptinsel Ko Chang zeichnet sich durch ein zerklüftetes Bergland mit ausgedehnten Waldgebieten aus, die in geschützte Buchten und abgelegene Strände übergehen. Diese landschaftliche Struktur bietet geeignete Bedingungen sowohl für naturkundliche Wanderungen als auch für erholsame Aufenthalte in Küstennähe. Die marinen Zonen des Nationalparks genießen einen ausgezeichneten Ruf für Schnorchel- und Tauchaktivitäten, bei denen farbenreiche Korallenriffe in klarem Wasser beobachtet werden können.
An Land führen ausgewiesene Dschungelpfade durch immergrüne Wälder. Aussichtspunkte wie der Khao Salak Phet erreichen Höhen von etwa 744 Metern über dem Meeresspiegel und eröffnen eindrucksvolle Panoramablicke über die umliegenden Insel- undKüstenlandschaften.
Als günstigste Reisezeit für Insel- und Meeresaktivitäten gilt die Trockenzeit von Dezember bis April. In diesem Zeitraum herrschen überwiegend sonnige Witterungsbedingungen, ruhige See und geringe Niederschläge, wodurch sich ideale Voraussetzungen für Strandaufenthalte sowie Boots- und Inselerkundungen ergeben.

Westregion — Nationalpark Erawan (Provinz Kanchanaburi)
Der Nationalpark Erawan ist vor allem für den gleichnamigen Erawan-Wasserfall bekannt und gilt als bedeutendes Ziel für Besucherinnen und Besucher, die sich für Wasserfalllandschaften und Waldökosysteme interessieren. Der Wasserfall erstreckt sich über sieben gut zugängliche Kaskadenstufen, die über gepflegte Wanderwege miteinander verbunden sind. Jede Ebene eröffnet den Blick auf smaragdgrüne Naturbecken, die zum Abkühlen und Verweilen einladen.
Der Name „Erawan“ geht auf den dreiköpfigen Elefanten der hinduistischen Mythologie zurück, dessen Gestalt sich in der Form der Wasseraustritte des Wasserfalls widerspiegelt und dem Naturdenkmal eine symbolische Bedeutung verleiht.
Abseits der Wasserfallbereiche führen ausgewiesene Wanderwege durch ursprüngliche immergrüne Wälder. Schattige Pfade und dichter Unterwuchs ermöglichen Einblicke in die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt des Schutzgebiets und unterstreichen dessen hohen ökologischen Wert.
Als besonders geeignete Reisezeit gilt der Zeitraum von November bis Januar. In diesen Monaten herrschen vergleichsweise kühle und trockene Witterungsbedingungen, wodurch sich die Wasserfallanlagen ohne Beeinträchtigung durch starke Niederschläge gut erkunden lassen.

Zentralregion — Nationalpark Khao Yai (Provinz Nakhon Ratchasima)
Der Nationalpark Khao Yai steht exemplarisch für das klassische Naturerlebnis Thailands und zählt nach wie vor zu den beliebtesten Schutzgebieten des Landes. Als Teil des Dong-Phayayen–Khao-Yai-Waldkomplexes, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, schützt der Park ein ausgedehntes Areal tropischen Regenwaldes mit außergewöhnlich hoher biologischer Vielfalt.
Die Möglichkeiten zur Beobachtung von Wildtieren zählen zu den besten in Thailand. Zu den im Park heimischen Arten gehören unter anderem Asiatische Elefanten, Gaur (Indische Bisons), Gibbons sowie verschiedene Hornvogelarten, die das ökologische Gleichgewicht dieses Waldökosystems prägen.
Ein weitläufiges Netz aus Wanderwegen und Erschließungsstraßen eröffnet vielfältige Naturerlebnisse – von ruhigen Spaziergängen durch den Dschungel bis hin zu anspruchsvolleren Trekkingrouten, die zu versteckten Wasserfällen und Aussichtspunkten führen. Zu den bekanntesten Attraktionen zählen die Wasserfälle Haew Narok und Haew Suwat, wobei letzterer durch internationale Filmproduktionen zusätzliche Bekanntheit erlangt hat.
Für Besucherinnen und Besucher mit Interesse an intensiveren Naturerfahrungen werden Nacht-Safaris sowie geführte Tierbeobachtungstouren angeboten. Diese ermöglichen seltene Einblicke in die Lebensweise nachtaktiver Tierarten unter professioneller Begleitung.
Die kühle Jahreszeit von November bis Februar gilt als optimale Reisezeit. Klare Witterungsbedingungen und gemäßigte Temperaturen bieten ideale Voraussetzungen für Wanderungen, Naturbeobachtungen und Tierfotografie.

Südregion — Nationalpark Hat Noppharat Thara–Mu Ko Phi Phi (Provinz Krabi)
Der Nationalpark Hat Noppharat Thara–Mu Ko Phi Phi ist ein marines Schutzgebiet von internationalem Ruf und steht sinnbildlich für die landschaftliche Attraktivität der Andamanensee. Charakteristisch sind feinsandige, weiß schimmernde Strände, kristallklares Meerwasser sowie markante Kalksteinformationen, die eindrucksvoll aus dem Meer emporragen.
Innerhalb des Nationalparks haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, bedeutende Naturattraktionen wie die Maya Bay mit ihren geschützten Korallenbuchten zu erkunden, die artenreiche Unterwasserwelt rund um Ko Poda beim Schnorcheln zu erleben oder sich am weitläufigen Sandstrand von Hat Noppharat Thara zu erholen, der von Kasuarinenbäumen gesäumt ist.
Die Inseln des Schutzgebiets beherbergen darüber hinaus geologisch und kulturell bedeutsame Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen unter anderem die Wikingerhöhle (Viking Cave), die für ihre historischen Wandmalereien sowie die Nester von Salanganen bekannt ist, sowie das Naturphänomen Talay Waek (Die Drei Inseln), bei dem sich bei Niedrigwasser Sandbänke bilden, die mehrere Inseln miteinander verbinden und ein eindrucksvolles Naturschauspiel darstellen.
Für naturinteressierte Besucherinnen und Besucher bieten ausgewiesene Wanderwege, wie der Khao-Ngon-Nak-Naturpfad, erhöhte Aussichtspunkte mit Panoramablicken über den Inselarchipel. Diese Standorte eignen sich insbesondere für Landschaftsbeobachtungen sowie für Fotografie bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang.
Als empfohlene Reisezeit gilt in der Regel der Zeitraum von November bis April. In diesen Monaten sind die maritimen Bedingungen vergleichsweise stabil, die Niederschlagsmengen geringer und die Sichtverhältnisse für Tauch-, Schnorchel- und Inselaktivitäten besonders günstig.